Valentinsdrink, Fizz und die Sache mit dem Schaum
- Cornelia Elsener

- vor 5 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Ich wollte schon lange wieder einmal einen Fizz anbieten. Aber nicht die klassische, schnell aufgesprudelte Version mit Zitrone und Mineralwasser, sondern einen, der weich ist, cremig, fast ein wenig luxuriös.
Die Lösung dafür ist nichts Modernes und auch keine Spielerei, sondern ein alter Klassiker der Barkultur: Schaum aus Eiweiss.
Oder genauer gesagt, das, was früher Eiweiss war.
Schon vor über hundert Jahren begann man, Drinks mit Eiweiss zu schäumen. Der bekannteste unter ihnen ist der Ramos Gin Fizz aus New Orleans. So beliebt war dieser Drink, dass in manchen Bars bis zu 20 Mitarbeiter gleichzeitig shakten, jeder für rund 10 Minuten, um den Drink auf die perfekte, luftige Konsistenz zu bringen. Ein Getränk als Spektakel.
Genau deshalb ist diese Art der Zubereitung nichts für den täglichen Betrieb. Sie ist zu aufwendig, zu zeitintensiv, zu sehr Ritual. Aber gerade deshalb perfekt für einen besonderen Moment. Für einen Abend, an dem man sich Zeit nimmt. Wie den Valentinstag.
Heute sieht das Ganze zum Glück aber trotzdem etwas entspannter aus.
Wir shaken nicht mehr zehn oder fünfzehn Minuten am Stück, sondern nutzen moderne Technik, die uns die richtige Textur zuverlässig bringt. Die Zeit, die wir dadurch gewinnen, verbringen wir lieber bei unseren Gästen.
Und weil wir uns nicht mehr im 19. Jahrhundert befinden, kommt bei unserem Valentinsdrink auch kein klassisches Eiweiss mehr ins Glas, sondern Aquafaba. Das ist nichts Künstliches, sondern ganz schlicht das Kochwasser von Kichererbsen. Es ist geschmacksneutral, pflanzlich, vegan und erfüllt genau denselben Zweck wie Eiweiss früher: Es macht den Drink weich, rund und schenkt ihm diesen feinen, weissen Schaum.
Unser Valentins-Fizz besteht aus
Gin oder alkoholfreiem Gin,
frischem Zitronensaft,
Läuterzucker,
Aquafaba,
einer feinen Himbeeressenz
und einem Hauch Soda.
Somit bis bald im Guggital zum Valentinstag!

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